Cyberangriffe werden in vielen Unternehmen erst mit erheblicher Verzögerung erkannt. Attacken bleiben häufig über Monate, teilweise sogar Jahre, unentdeckt, wie aus einer aktuellen Analyse hervorgeht. Neben Defiziten bei technischen Sicherheitsmassnahmen sind auch organisatorische Probleme mitverantwortlich dafür.
Aus einer Untersuchung des IT-Sicherheitsunternehmens Kaspersky geht hervor, dass in 31 % der Fälle schädliche Aktivitäten bereits länger als drei Monate bestanden, bevor sie entdeckt wurden. Mehr als die Hälfte aller Vorfälle (52 %) wurde sogar erst nach über 90 Tagen erkannt. Der älteste im Untersuchungszeitraum identifizierte Sicherheitsvorfall blieb vier Jahre lang unentdeckt. Als Ursachen für die späte Erkennung nennt Kaspersky vor allem reaktive Sicherheitsstrategien, unzureichend überprüfte Monitoring-Tools und Lücken in operativen Abläufen.
Grundlage der Untersuchung sind Sicherheitsvorfälle von Unternehmen, die den Compromise Assessment Service von Kaspersky nutzen. Dieser kombiniert Bedrohungsanalysen, die unter anderem aus dem Darknet stammen, mit toolgestützten Endpunktscans sowie der Auswertung von Sicherheitsprotokollen und Netzwerkverkehr. Die 2025 untersuchten Unternehmen stammten zu 71 % aus der META-Region (Mittlerer Osten, Türkei und Afrika) und zu 29 % aus der APAC- und GUS-Region.
Technische Erkennungstools und interne Organisation versagen
Die Analyse zeigt, dass technische Kontrollmechanismen allein keine zuverlässige Erkennung gewährleisten. Jeder fünfte Sicherheitsvorfall wurde erst durch manuelle Untersuchungen identifiziert. In 60 % der Fälle lieferten vorhandene Sicherheitslösungen keine verlässlichen Warnmeldungen, sodass Angriffe zunächst unbemerkt blieben.
Neben den technischen Defiziten stellte Kaspersky auch organisatorische Schwächen fest. In 32 % der untersuchten Fälle erschwerten interne Kommunikationsprobleme die Reaktion auf Sicherheitsvorfälle. Dazu zählten unter anderem unklare Rückmeldungen über umgesetzte Massnahmen sowie Know-how-Verlust infolge von Personalwechseln.
Geschulte Mitarbeitende tragen zur Sicherheit bei
Um Sicherheitsvorfälle schneller aufzudecken und wirksam einzudämmen, empfehlen die Kaspersky-Experten eine regelmässige Überprüfung der Erkennungssysteme und Monitoring-Prozesse, die Ergänzung der Sicherheitsüberwachung durch Threat Hunting sowie kontinuierliche Schulungen und Übungen. Darüber hinaus sollten Incident-Response-Prozesse periodisch aktualisiert und durch unabhängige Sicherheitsbewertungen ergänzt werden, um bislang unerkannte Kompromittierungen frühzeitig aufzudecken.
Was ebenfalls gegen ungebetene Eindringlinge hilft, ist eine solide End-to-End-Security-Lösung wie Bitdefender. Das Tool erkennt und rapportiert Sicherheitsvorfälle zuverlässig. Zugleich ist es einfach in der Handhabung und Wartung und budgetfreundlich, was es auch für kleinere KMU zu einer attraktiven Alternative macht.