Deepfake

Deepfakes: Früher Science-Fiction, heute gefährliche Realität

Deepfakes haben sich zur ernsthaften Bedrohung für Wirtschaft und Gesellschaft entwickelt. Betrugsfälle, Schadensummen und Vertrauensverlust nehmen zu. Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen sind mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert.

Überzeugende Deepfakes lassen sich schnell und einfach generieren. Dadurch untergraben sie das Vertrauen in demokratische Prozesse, manipulieren öffentliche Debatten und ermöglichen neue Formen der Cyberkriminalität. Wenn Bürger nicht mehr sicher beurteilen können, ob Aussagen oder Videos von Entscheidungsträgern authentisch sind, entsteht ein strukturelles Vertrauensproblem. Die Folgen für Gesellschaft, Staat und Wirtschaft sind weitreichend, schreibt Pavel Goldman-Kalaydin, Head of Artificial Intelligence and Machine Learning bei der Verifzierungsplattform Sumsub.

Aktuelle Zahlen verdeutlichen die Dynamik dieser Entwicklung. Laut Branchendaten von Sumsub stieg die Deepfake-Betrugsrate in Deutschland im ersten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 1100 Prozent, während Betrug mit synthetischen Ausweisdokumenten um 567 Prozent zunahm. Für die Schweiz dürften ähnliche Zahlen gelten. Sie deuten auf eine koordinierte Nutzung von KI-Tools durch kriminelle Akteure hin. Besonders gefährlich sind für den Experten Live-Deepfakes in Videokonferenzen, bei denen Täter Führungskräfte imitieren, um Mitarbeitende zu betrügerischen Überweisungen zu bewegen. Was lange als Science-Fiction galt, ist heute Realität.

Enorme Schadensummen und Reputationsverlust

Der wirtschaftliche Schaden ist enorm: Der Digitalverband Bitkom beziffert die jährlichen Verluste deutscher Unternehmen durch Cyberangriffe auf über 220 Mrd. EUR, wobei ein wachsender Anteil auf CEO-Fraud und KI-gestützte Täuschungen entfällt. Nebst finanziellen Schäden haben Deepfakes auch erhebliche reputative Verluste zur Folge.

Ein zentrales Problem besteht darin, dass die Innovationsgeschwindigkeit der Angreifer jene der Verteidigung überholt. Klassische Sicherheitsmaßnahmen geraten zunehmend an ihre Grenzen. Gleichzeitig existieren bereits wirksame Gegenmassnahmen. KI-basierte Systeme zur Erkennung von Deepfake-Artefakten, biometrische Liveness-Prüfungen und Verhaltensanalytik können Betrugsversuche zuverlässig identifizieren, sofern sie richtig integriert werden.

End-to-End-Security bleibt notwendig

Während diese Technologien vor allem Grossunternehmen zur Verfügung stehen, fehlen KMU, Institutionen und Privaten häufig vergleichbare Schutzmechanismen. Langfristige Resilienz erfordert daher ein koordiniertes Vorgehen auf mehreren Ebenen. Sicherheitsprozesse müssen modernisiert, mehrschichtige Abwehrstrategien etabliert und Mitarbeitende geschult werden.

Entscheidend ist für Pavel Goldman-Kalaydin zudem die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis. Akademisch-industrielle Partnerschaften verbinden Forschung mit realen Anwendungsfällen, fördern praxisnahe Ausbildung und schaffen öffentlich zugängliches Wissen.

Neben Betrugsrisiken durch Deepfakes dürfen KMU und Private allerdings herkömmliche Bedrohungen, wie Phishing, weiterhin nicht unterschätzen. Das beste Mittel dagegen ist nebst wachsamen Mitarbeitenden nach wie vor eine solide End-to-End-Security-Lösung wie Bitdefender. Sie erkennt Angriffe zuverlässig und ist damit ein effizientes und effektives Mittel gegen Cyberkriminalität aller Art.