Studie: 15% der Schweizer schon Opfer einer Cyber-Attacke

Jede siebte in der Schweiz lebende Person wurde schon einmal Opfer einer Cyberattacke. Hochgerechnet auf alle Einwohner sind dies rund eine Million Schweizerinnen und Schweizer, so eine aktuelle Studie. Mit ein Grund dafür sind unsichere Passwörter.

Gemäss der aktuellen Studie «Sicherheit im Internet» betrachtet sich eine Mehrheit der Befragten (59%), als «gut informiert», wenn es darum geht, wie man sich am besten vor Cyber-Angriffen schützt. Und beachtliche 80% geben zudem an, sich im Internet «eher sicher» oder «sehr sicher» zu fühlen.

Dem steht gegenüber, dass bereits rund jede siebte Person in der Schweiz oder rund 15% schon einmal Opfer eines Cyberangriffs wurde, der entweder finanzielle oder emotionale Folgen hatte oder dessen Konsequenzen sich nur mit hohem Aufwand beseitigen liessen. Auf die Schweizer Gesamtbevölkerung hochgerechnet trifft dies auf gut eine Million Personen zu, schreiben die Autoren der vom Sozial- und Markforschungsinstitut gfs-zürich durchgeführten Studie.

Unsichere Passwörter als häufige Ursache von Cyberattacken

Obschon sich die befragten Personen hinsichtlich der Sicherheit im Internet mehrheitlich für gut informiert halten, wird oft nachlässig mit Passwörtern umgegangen. So verwenden rund 13 Prozent der Studienteilnehmer nach eigenen Angaben überall das gleiche Passwort. Dadurch setzen sich hochgerechnet rund 870'000 Schweizerinnen und Schweizer dem Risiko aus, bei einem Passwortdiebstahl gleich mehrfach geschädigt zu werden, so die Studie.

Die Tatsache, dass derart häufig nur ein einziges Passwort für mehrere Anwendungen genutzt wird, lässt den Schluss zu, dass bei vielen Internetnutzenden ein Missverhältnis zwischen vermeintlichem und tatsächlichen Informationsgrad besteht.

Dagegen konnten die Autoren der Studie keinen Zusammenhang zwischen dem Informationsgrad und dem Sicherheitsgefühl der Befragten nachweisen: So beurteilen auch unter den Personen mit geringem Wissensstand hinsichtlich Internet-Sicherheit immerhin 67 Prozent ihr Nutzerverhalten für sicher.

Verhaltensregeln werden schlecht befolgt

Ein ähnliches Missverhältnis zeigt sich bei den von den Nutzern verwendeten Abwehrmassnahmen gegen Cyber-Attacken: Eine Mehrheit der Befragten (61%) verwendet zwar ein Antiviren-Programm zum Schutz gegen Cyberangriffe. Die wichtigen Verhaltensregeln – nämlich, dass man nicht ungeprüft auf seltsame Links klicken und E-Mails mit unbekanntem Absender löschen sollte, werden jedoch jeweils nur von 27 Prozent befolgt. Laut den Studienautoren kann dies in Zeiten von immer professionelleren Phishing-Attacken und Social Engineering eine Gefahr darstellen.

Die Studie «Sicherheit im Internet» wurde vom Sozial- und Markforschungsinstitut gfs-zürich im Auftrag von ICTswitzerland, der Information Security Society Switzerland (ISSS), der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW), der Swiss Internet Security Alliance (SISA), swissICT, SWITCH sowie der Melde- und Analysestelle Informationssicherung MELANI durchgeführt.

Befragt wurden im Januar und Februar 2019 rund 900 Personen in der Deutsch- und Westschweiz.