Studie: Schweizer halten Internetkonzerne für eine Bedrohung

Schweizer Internutzende werden immer vorsichtiger, wenn es darum geht, persönliche Daten ins Internet zu stellen. Laut der Datenvertrauensstudie 2019 von comparis.ch geniesst die Art und Weise, wie der Datenschutz in der Schweiz geregelt ist, jedoch Vertrauen.

Herr und Frau Schweizer fühlen sich von Internetkonzernen wie Google oder Facebook stärker bedroht, als noch 2018. Laut Comparis stieg der indexierte Bedrohungswert in dieser Kategorie auf 5,6 von 5,2 im Vorjahr. Eine Entwicklung, die laut Experten nicht erstaunlich ist: «Die jüngsten Datenskandale grosser Internet-Firmen lassen Nutzer vermehrt zögern, persönliche Daten preiszugeben», so Jean-Claude Frick, Digital-Experte von comparis.ch.

Mag dieses Resultat auch ein Dämpfer für die Konzerne darstellen: Am meisten bedroht fühlen sich die Internetnutzenden hierzulande weiterhin von Cyber-Kriminellen (6,6) sowie Trollen und Provokateuren.

Preisgabe von Daten umstritten

Angesichts der Skepsis von Schweizer Internetnutzenden gegenüber den grossen Konzernen überrascht es nicht, dass auch die allgemeinen Bedenken gegenüber der Preisgabe von Daten im Internet zugenommen haben. Dies gilt insbesondere für die Preisgabe der Kontonummer, für die Veröffentlichung persönlicher Videos oder Fotos, für die Offenlegung von Krankheiten sowie für Statusmeldungen auf Social Media. Gemäss der aktuellen Datenvertrauensstudie 2019 haben pro Kategorie 5 Prozent mehr Befragte angegeben, diesbezüglich «grosse Bedenken» zu haben, als im Vorjahr.

Auch was das Vertrauen der Nutzer in den sicheren Umgang mit Kundendaten betrifft, schneiden die Internetkonzerne schlecht ab: In dieser Kategorie belegen Suchmaschinen (4,6), Social Media-Plattformen (3,8) sowie Dating-Portale (3,5) die Schlussränge. Das grösste Vertrauen geniessen hier laut der Studie die Schweizer Banken (7,2), Behörden (7,0) und Versicherungen (6,1).

Schweizer Datenschutzregeln gelten als vertrauenswürdig

Trotz aller Bedenken in Sachen Internetnutzung wird dem Schweizer Gesetzgeber laut comparis.ch hinsichtlich Datenschutzregeln ein gutes Zeugnis ausgestellt. Mit einem Anstieg auf 65,5 von 62,6 Prozent hat die Anzahl der Befragten, die den Datenschutz in der Schweiz als für «gut bis sehr gut geregelt» halten, gegenüber dem Vorjahr zugenommen.

«Die Einführung der europäischen Datenschutzgrundverordnung DSGVO hat das Thema Datenschutz bekannter gemacht», so Comparis-Digitalexperte Frick dazu. Die vorgeschriebenen Anpassungen seien von Webseiten-Betreibern zum Teil auch in der Schweiz bereits umgesetzt worden und hätten das Vertrauen der Nutzer vergrössert.

Der Experte warnt allerdings, dass ein verbesserter Datenschutz nicht automatisch dazu führt, dass Hackerangriffe und Datendiebstähle abnehmen. Vielmehr gelte es für maximalen Schutz stets aktualisierte Software und sichere Passwörter zu verwenden.